Mitgliederversammlung der Jugendmusikschule Südlicher Breisgau

Dank großer Solidarität mit einem blauen Auge davongekommen

Die Jugendmusikschule Südlicher Breisgau (JMS) ist vergleichsweise gut durch das Pandemiejahr 2020 gekommen. Gegenüber 2019 musste sie nur einen Rückgang von 6,4 Prozent bei den Schülerzahlen hinnehmen, bei anderen Musikschulen in der Region lag der Rückgang bei 30 Prozent. Es gelang weitgehend, den Einzelunterricht auf Online- oder Telefonunterricht umzustellen, Gruppenunterricht, Big-Band, Ensemble- und Orchesterarbeit sowie frühkindliche Musikangebote kamen allerdings vollkommen zum Erliegen, ebenso konnten keine neuen Bläser- und Streicherklassen in den Schulen beginnen.

Der Organisations- und Kommunikationsaufwand angesichts der Pandemie war enorm, wie Musikschul-Leiter Joachim Baar bei der Mitgliederversammlung der Jugendmusikschule Südlicher Breisgau darlegte. Baar und später auch Vorstand und die Bürgermeister der beteiligten Kommunen dankten Schülerinnen und Schülern, Eltern, den Lehrkräften und allen Beteiligten in Rathäusern und Schulen für ihre Unterstützung, Flexibilität und ihr großes Engagement für den Musikunterricht. „Für viele Schülerinnen und Schüler war der Instrumentalunterricht ein Anker in diesen schwierigen Zeiten und hat an Bedeutung gewonnen“, stellte Baar fest.

Schlanke Verwaltung

Die Jugendmusikschule Südlicher Breisgau kommt im Landesvergleich mit einer sehr schlanken Verwaltung und niedrigen Sachkosten aus. Knapp 2 Millionen Euro kostet der Unterricht für die etwa 3000 Schülerinnen und Schüler, die in 1000 Wochenstunden an 96 Unterrichtsorten im Einzugsgebiet unterrichtet werden. Nach Jahren politischer Vorarbeit profitierte der Haushalt der Musikschule von der Entscheidung der Landesregierung, den Zuschuss zu den Personalkosten ab 2020 um 2,5 Prozent zu erhöhen. Das entspricht zusätzlichen 70 000 Euro jährlich und erhöht die Rücklagen der JMS entsprechend.

So fiel es auch dem bisherigen Vorstand aus dem Kreis der Bürgermeister leicht, sich für eine weitere Wahlperiode von fünf Jahren zur Verfügung zu stellen. Staufens Bürgermeister Michael Benitz bleibt Vorsitzender des Vorstands, sein Stellvertreter ist erneut Volker Kieber aus Bad Krozingen.

Eine große Herausforderung in der Zukunft stellt neben der Pandemie und der anstehenden Digitalisierung die Altersstruktur der Lehrkräfte dar. In den kommenden Jahren wird etwa ein Drittel von ihnen das Rentenalter erreichen. Nachwuchs sei nur schwer zu finden, da an den Musikhochschulen zu wenig Studierende in pädagogischen Studiengängen ausgebildet werden, die nach dem Studium im Land und der Region bleiben, erläuterte Joachim Baar.

Verwaltungsleiter Eckhard Geiger verabschiedet

Eckhard Geiger vorne links und Sabine Eichin-Ott vorne rechts

Am Ende der Sitzung wurde der langjährige Verwaltungsleiter der JMS Eckhard Geiger feierlich verabschiedet und seine Nachfolgerin Sabine Eichin-Ott begrüßt. Eckhard Geiger hatte die Verwaltung digitalisiert, erfolgreich aufgestellt und 23 Jahre lang mit großem Einsatz und Leidenschaft für die Musik geleitet. Er trägt einen großen Anteil an der erfolgreichen Zusammenarbeit der JMS mit den Musikvereinen in der Region. „Es gab keinen Tag, an dem ich nicht gerne zur Arbeit ging“, stellte Geiger fest, „mit Musik und Sport kann man gut alt werden.“

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