Bravouröses Konzert zu Saisonbeginn: Schülervorspiel der Jugendmusikschule in Merzhausen

„Der Hahn ist tot, der Hahn ist tot“, flötete Marie Heller unverdrossen und sehr souverän auf ihrer Blockflöte (Kl. Isabel Lehmann). Dabei ging es nun gerade erst richtig los – war dieses doch das erste Schülerkonzert der Jugendmusikschule im neuen Schuljahr! Und dass es ein besonderes Konzert werden würde, konnte man sofort auf den ersten Blick erkennen: Denn auf der Bühne wartete neben dem Flügel auch ein Cembalo, das eigens für diesen Abend aus Staufen herangebracht wurde.
Doch vorerst kam der Flügel zum Einsatz. Eröffnet wurde das Konzert wie immer von den Kleineren. Nach Marie betrat Simeon Fitzenberger die Bühne. Auf dem Flügel (Kl. Reinhard Roth) gab er die beiden Stücke „Auf dem Kahn“ und der „Seemann“ zum Besten, indem er den Wellengang nicht nur musikalisch, sondern auch körperlich demonstrierte. Auch Matilda Helas und Constantin Muthesius (Kl. Hanna Schüly) trugen ihre beiden Stückchen „Schreittanz“ und „Pippi Langstrumpf“ leicht und tänzerisch vor, bevor Lisa Reinhard (Kl. H. Schüly, am Flügel: R. Roth) auf der Klarinette „Zemer Atik“ von A. Neéman intonierte.
Es folgte Méline Lux, die ein Stück auf dem Saxophon spielte (am Flügel R. Roth) – auch sie stammt aus der Klasse Hanna Schülys, die Vielfalt ihrer Lehrtätigkeit kommt nicht zuletzt auch in den verschiedenen Instrumenten zum Ausdruck. Katharina Block interpretierte zunächst alleine einen Klezmer und – souverän im Anschluss im Duo mit Lisa Reinhard – ein Menuett von W.A. Mozart (beide Klarinette, Kl. H. Schüly).

Auf dem Flügel, der neben dem Cembalo stand, stellte Leonie Charlton nun auch das „Spiel der Harfe“ vor – eine Komplettierung der Klangfarben sozusagen (Kl. R. Roth). Dank Cembalo konnte nun J. S. Bachs Sonate g-Moll Allegro in Originalbesetzung vorgetragen werden – Charlotte Koch (Querflöte, Kl. Maike Röhm), Insa Hülsebusch (Cello) und Bernd Schäfer (Cembalo) sorgten für ein wunderbares Hörerlebnis. Beherzt und sicher in Intonation und Interpretation gestaltete Paula Banasch auf dem Cello (Kl. I. Hülsebusch) das Rondo der e-Moll Sonate von Bernhard Romberg aus, einem zu Unrecht selten gespielten Zeitgenossen Beethovens.

J.S. Bachs Sonate g-Moll Allegro in Originalbesetzung vorgetragen werden – Charlotte Koch (Querflöte, Kl. Maike Röhm), Insa Hülsebusch (Cello) und Bernd Schäfer (Cembalo)

Auf hohem Niveau ging es auch weiter: Wiederum zur Begleitung vom Cembalo (I. Lehmann) und einer Viola da Gamba (zu Gast: Matthias Müller) interpretierte Linda Mäder (Kl. I. Lehmann) mehrere Sätze aus einer Telemann-Sonate. Auch Leonie Ebners Allegro der Sonate e-Moll von Telemann konnte sich hören lassen (Querflöte, Kl. M. Röhm, Am Cembalo B. Schäfer), mit der der Barockteil auch wieder beschlossen wurde. Denn zum Schluss bekamen die Hörer mit zwei Klezmer-Stücken noch etwas Lustiges mit auf den Weg: Zuerst im Trio gespielt von Rebecca Sachweh, Hanna Luchte und ihrer Lehrerin Maike Röhm, dann von Charlotte Muthesius (Klarinette, Kl. Julien Laffaire, am Klavier B. Schäfer) mit dem nostalgischen Stück „Ninas Vals“, der einem auch lange nach dem Konzert noch im Ohr verblieb.
(Friederike Zimmermann)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.