Der Griff in die Saiten anstatt zum Smartphone

Johanna Hänle (Kl. Insa Hülsebusch) bot einen gelungenen Auftritt.

Beim Schülerkonzert der Jugendmusikschule traten in Merzhausen wieder zahlreiche junge Musiker*innen auf.

Dieses Schülerkonzert war in Merzhausen bereits das zweite in diesem Schuljahr und das Programm überaus abwechslungsreich – nicht nur was die Stücke anbelangt, sondern auch bezüglich der vielen Instrumente, die hierbei zum Einsatz kamen. Zu Beginn trugen Jan Kmieciak und nach ihm Georg von Isendorf auf dem Klavier, teils vierhändig mit ihrer Lehrerin, mehrere kleine Stückchen vor (beide Kl. Yumi Takatsuki). Mit beachtlichem Erfolg absolvierte Felix Wölfl auf der Trompete sein erstes Vorspiel mit zwei kurzen Liedern (Kl. Silke Asmuss). Auch Janna Tolle und Simon Kapper (beide Kl. Silvia Luger) zeigten sich schon recht geübt am dem Klavier; letzterer gar mit einem recht ausdrucksstarken Auftritt.

Angenehm aufhorchen ließ im Anschluss Bela Nouwens, der auf dem Violoncello das romantische Stück „Notturno“ von G. Goltermann zu Gehör brachte (Kl. Insa Hülsebusch, am Klavier: Petra Kaiser). Miriam Bross, Leni Elis, Marie und Linn Kolberg, Ann-Sophie Lipp und Laetitia Hormuth legten in Begleitung ihrer Lehrerin mit „Tedesca“ (G. Mainerio), „La Bergamasca“ (G. Zannetti) und einem Volkslied aus Castilien einen tollen Ensembleauftritt hin, alle entstammen sie der Blockflötenklasse von Isabel Lehmann. Diese erzählte denn auch, dass sie in Wittnau einen Blockflötenkreis gegründet habe, bei dem mitzuspielen alle herzlich willkommen sind.

Nach diesem musikalischen Höhenflug ins Barock interpretierte Miriam Kieciak (Kl. Yumi Takatsuki) auf dem Klavier einen Popsong – für viele Kinder ein Türöffner zum Instrumental­unterricht, gerade auf dem Klavier. Im Trio präsentierten Jonathan Götte und Jakob Gründemann mit ihrer Lehrerin Silke Asmuss auf der Trompete das bekannte „Trumpet Tune“ von H. Purcell, bevor letzterer – zunächst Solo – mit Leichtigkeit, sicherer Rhythmik und Intonation (was auf der Trompete gar nicht einfach ist) das beliebte Stück „Take Five“ von P. Desmond vorstellte (am Klavier: Yumi Takatsuki), um dann nochmal im Duo mit Gen Groß (beide Trompete) das Jazz Duett Nr. 16 (W. Escher) darzubieten. Gen Groß (Kl. S. Asmuss) blieb gleich auf der Bühne; bei seiner „Concert Etude, op. 49“ (A. Goedecke) war indes Virtuosität gefragt, die Ansatztechnik eine Herausforderung. Beides meisterte er mit Bravour (Yumi Takatsuki begleitete ihn am Klavier), kurzum: ein sehr gelungener Vortrag.

Desgleichen der schöne Auftritt von Anton Schaffer, der mit seiner Lehrerin Isabel Lehmann aus der Sonate 6 von G. Ph. Telemann im Duett für zwei Blockflöten die beiden Sätze „Soave“ und „Affettuoso“ vortrug. Zum Schluss bot die 15 Jahre junge Johanna Hänle (Kl. Insa Hülsebusch) auf dem Violoncello das romantische Stück „Der Schwan“ aus C. Saint Saence „Karneval der Tiere“ dar – ein Stück zum Dahinschmelzen, welches sie zur sensiblen Klavierbegleitung von Petra Kaiser ausdrucksstark und gekonnt ausgestaltete: Nochmal ein echter Höhepunkt zum Schluss. Es geht einem eben einfach das Herz auf, wenn Jugendliche anstatt ständig nur zum Smartphone zu greifen auf einem Musikinstrument solch wunderbare Dinge zuwege bringen.

Das nächste Schülerkonzert in Merzhausen findet am 20. Dezember, um 18.30 Uhr im Bürgersaal (Rathaus Merzhausen) statt. Der Eintritt ist frei.

(Text und Fotos: Friederike Zimmermann)

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