„Beautiful Wednesday…“

„Kultur-macht-stark!“-Trommelkurs an der Edith-Stein-Schule Freiburg

Sie treffen sich immer mittwochs im Container der Edith-Stein-Schule – die von „Kultur-macht-stark!“ finanzierte Musikstunde ist eine willkommene Abwechslung bzw. Ablenkung für die jungen Geflüchteten in ihrem häufig nicht so einfachen Alltag.

„Beautiful Wednesday…“, freut sich eines der Mädchen, als es zur Türe hereinkommt. Es ist Mai. Die Gruppe hat bereits einige Musikstunden hinter sich. Peter Graef begrüßt die Jugendlichen und beginnt mit einem gesprochenen Rhythmus, den er anschließend auf dem Cajaton nachspielt. Sofort fallen die anderen in den Rhythmus mit ein.

Es ist einfacher, einen Rhythmus zuerst zu sprechen, bevor man ihn dann umsetzt; zum Beispiel in Klatschen oder in Trommeln oder schließlich mit den Rasseln. Nachdem der Takt bei allen sitzt, werden die Rasseln nach der gesprochenen Rhythmusfolge zur gegenüber­sitzenden Person geworfen. Zugleich gilt es die Rassel des anderen aufzufangen. Auf diese Weise vertiefen sich die Rhythmen, indem sie nicht mehr so bewusst abgerufen werden können.

Doch geht es hier nur in zweiter Linie darum, etwas zu lernen. Am wichtigsten scheint es, dass die Gruppe Spaß hat und den Liedern und Worten der für sie fremden Kultur neugierig folgt. Schließlich wird die Klangschale in die Mitte gestellt. Sofort begeben sich zwei Jungs zu ihr und beginnen sie auszuprobieren. Sie hat einen wunder­schönen Klang und ist an verschiedenen Stellen jeweils anders gestimmt.

Die restliche Gruppe begleitet die beiden Improvisieren­den an der Schale auf den Trommeln und Rasseln. Diese finden nicht immer sofort in den allgemeinen Rhythmus hinein, passen sich dann aber allmählich an, bis alle im gleichen Modus spielen. Das hat schon fast etwas Meditatives.

Die zweite Runde klappt schon besser. Die Improvisationen werden zunehmend freier und variationsreicher. Dabei wechseln sich die Agierenden laufend ab. Hin und wieder spielen Frauen und Männer gemeinsam an der Klangschale ­– das gibt es in einigen der Herkunfts­ländern der Geflüchteten so nicht.

Eine der Frauen hat ein kleines Kind dabei. Angesichts der vielen fremden Gesichter beginnt es zu weinen. Als aber Peter Graef mit der Ukulele ein Lied anstimmt, wird es sofort still. Gemeinsam singt die Gruppe nun das Lied, das sie schon öfter zusammen geprobt hat und mit dem die heutige Musikstunde abschließt.

(Text und Foto: Friederike Zimmermann)

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