Jugendmusikschule Südlicher Breisgau auf Erfolgskurs

Joachim Baar bilanziert bei der Jahresversammlung erfreuliche Entwicklungen

SÖLDEN. Das vergangene Jahr war für die Jugendmusikschule Südlicher Breisgau (JMS) ein sehr erfolgreiches, feierte sie doch ausgiebig ihr 40-jähriges Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen, die allesamt auf großes Interesse stießen. Doch wie geht es nun weiter?
Gegründet wurde diese Einrichtung im Jahr 1978 durch den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, der die Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche im Landkreis mit der Stadt Freiburg herstellen wollte. Der Rückgang des Landeszuschusses zu den Personalkosten von 20 Prozent in der Gründungszeit der Jugendmusikschule auf heute 10 Prozent ging vor allem zu Lasten der Elternbeiträge. Daher wünscht sich der Musikschulleiter Joachim Baar dieses damalige Engagement für kulturelle und musikalische Bildungseinrichtungen auch für heute, indem die Politik den Antrag der Musikschulen auf Erhöhung des Personalkostenzuschusses um 2,5 Prozent im Doppelhaushalt des Landes Baden-Württemberg 2020/21 unterstützt.
Dass das Geld in guten Händen ist, darin sind sich alle Anwesenden – die Bürgermeister der dreizehn Mitgliedsgemeinden der Jugendmusikschule und der Repräsentant der Musikvereine – einig. Die Daten geben ihnen recht: Die Schülerzahlen haben im Jubiläumsjahr mit 2721 einen neuen Höchststand erreicht; sie werden in wöchentlich 1037 Unterrichtseinheiten unterrichtet. Besonders erfreulich dabei ist, dass der Zuwachs vornehmlich der Altersgruppe der 10- bis 13-jährigen entstammt, mithin einem Alter, in dem die Kinder durch die Entscheidung zu weiterführenden Schulen besonders beansprucht sind.
Aufgrund der mittlerweile an sieben Schulen durchgeführten Projekte des Bundesförderprogramms „Kultur-macht-stark!“ an dieser Schule, wurden Bundes-Fördermittel in Höhe von 38.300 Euro aus Berlin bewilligt, die Kindern und Jugendlichen der Mitgliedsgemeinden zugute kommen. „Dadurch, dass sich dieses Programm vor allem an Kinder aus sozial schwachen und bildungsbenachteiligten Familien richtet, die kostenlos Unterricht erhalten, kann die Chancengleichheit auch in diesem Bereich stärker verwirklicht werden“, so Baar – eine Maßnahme also, die im Hinblick auf Integration und Inklusion große gesellschaftliche Relevanz besitzt.
Nicht zu vergessen die zahlreichen Schulkooperationen (derzeit sind es 56 mit insgesamt 1290 Fachbelegern), mit denen die Jugendmusikschule im Vergleich zu den anderen sechs Musikschulen des Landkreises mit Abstand an der Spitze liegt. Auch die Zusammenarbeit mit den 28 Musikvereinen läuft in sehr erfreulichen Bahnen. Die Anzahl der Schüler, die die Schule für die Vereine ausbildet, hat gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent zugenommen und liegt damit bei 995 Schülern.
Bei all den erfreulichen Entwicklungen dürfe man nicht vergessen, dass es auch Probleme gäbe, meint Baar. Etwa sei die Raumsituation ein nach wie vor ungelöstes Problem, hätten sich doch in den letzten fünfzehn Jahren die Schülerzahlen verdoppelt. Die für den Unterricht zur Verfügung stehenden Räume seien indes eher weniger geworden. Deshalb seien viele Lehrerinnen und Lehrer gezwungen, den Unterricht in ihren Privaträumen abzuhalten – derzeit ca. 160 Unterrichtsstunden von 1036 pro Woche –, was auf Dauer so nicht tragbar sei. Eine Schwierigkeit stelle auch der bevorstehende Generationenwechsel an der JMS dar: Von den insgesamt 98 Lehrern seien 34 Kollegen mehr als 25 Jahre (manche gar über 35 Jahre) an dieser Einrichtung beschäftigt und gingen demnächst in den Ruhestand. Dies spricht einerseits für eine große Identifikation und Treue gegenüber dieser Schule, führt andererseits aber auch zu einem umfassenden Wechsel innerhalb des Kollegiums, bei dem Neubewerber jeweils ein Bewerbungsverfahren zu durchlaufen haben. Nachwuchspädagogen wiederum seien schwer zu finden, zumal die Musikschulen aufgrund des Mangels an deutschen Studenten an den Musikhochschulen zueinander in Konkurrenz stehen.
Insgesamt bleibt jedoch festzuhalten, dass die JMS durch ihre zahlreichen Projekte und Kooperationen mehr und mehr in Schulen, Vereinen und der Bevölkerung der Mitgliedsgemeinden verankert ist und aus dem öffentlichen Leben nicht mehr wegzudenken ist. Und so zeigten sich die Vorsitzenden der JMS, Bürgermeister Michael Benitz aus Staufen und Bürgermeister Volker Kieber aus Bad Krozingen nicht nur mit den gegenwärtigen Entwicklungen, sondern auch mit den bestehenden Aussichten der Musikschule äußerst zufrieden, die ja personell eng an den Leiter Joachim Baar und den Geschäftsführer Eckhard Geiger gekoppelt seien. Großer Dank gilt auch dem Lehrerkollegium und nicht zuletzt der Sekretärin Renate Wachsmann, welche die insgesamt überaus schlanke Verwaltung für eine so große Musikschule komplettiert. Dies wiederum sei zweifelsohne ein weiterer Grund für den Erfolgskurs dieser Schule, so Benitz.
(Text und Foto: Friederike Zimmermann)

[Siehe auch den Bericht in der Badischen Zeitung vom 11. Juli 2019]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.